Montag also. Auch Montags krieche ich aus meinem Bett (an welches ich mich im Übrigen bereits gewöhnt habe - ich glaube, ich bekomme bei meiner weichen europäischen Matratze sicherlich Rückenschmerzen. Ich habe auch schonmal gehört, dass das gar nicht ungesund sein soll, auf sonem Brett zu pennen) und bewege mich gen CDHK. Da ich wusste, dass ich danach gleich essen wollte, allerdings kein Geld mehr auf meiner Tongjikarte hatte, habe ich auf dem Weg (und hart am Zeitlimit) zum Chinesischkurs bei der großen Mensa halt gemacht und die Karte aufgeladen - mit ganzen 30 Yuan. Mehr hatte ich nicht :( Ich habe mir auch gleich gemerkt, was die Frau auf diesen Zettel schreibt, den man ausfüllen muss, um Geld einzuzahlen. Gleich im Anschluss, solange das Wissen noch frisch in der Rememberbox ist, habe ich mir so einen Zettel besorgt und in die entsprechenden Kästchen geschrieben, was da stehen muss bzw. was die Zeichen bedeuten (könnten). So kann ich, wie ein echter Chinese, Geld einzahlen und muss die arme Frau nicht unnötig weiter belästigen.
Mit chinesischer Pünktlichkeit bin ich dann im Unterrichtsraum aufgeschlagen. Meine Lehrerin war noch chinesischer pünktlich - klar, sie hat dabei auch mehr Erfahrung, das sehe ich ein.
Chinesisch war wie immer. Das Rezept funktioniert auch immer wieder: Drei Termine pro Lektion. Erster Termin: Vokabeln, Aussprache und Text, zweiter Termin: Texte auswendig und abgewandelt, dritter Termin: Übungen und nächste Lektion. Knorke. Einfaches System. Ich kann zwar kein Chinesisch, aber ich könnte Lehrpläne für China schreiben.
Wie gesagt, ging es anschließend essen. Ratet mal was es gab... Ich hab zur Abwechslung mal Reis bestellt. Gibts ja sonst nicht. Dazu frittiertes Hühnchen - klar, alles was nicht niet- und nagelfest ist, wird in möglichst viel Fett erhitzt. Hier wirds frittiert, bei uns kommts in die Wurst - mal ein bisschen Abwechslung. Lecker sah auch dieses Rindfleischsteak aus - hab ich auch gleich mitbestellt. Mir hätte früher auffallen sollen, dass das was faul ist... War natürlich kein Rindfleisch - war TOFU!!! Zur Strafe hab ich das auch liegen gelassen - mich so zu verarschen... gibts doch nicht... Tofu ist ein Serientäter.
Aber ich muss heute ja auch noch etwas schaffen. Also ab ins Labor. Auf dem Plan stand für mich, nachdem ich das Senden von Daten über den seriellen Port implementiert hatte, das Empfangen. Es gibt dafür drei Möglichkeiten. Eine lockere Whileschleife, die nichts anderes tut, als ununterbrochen zu gucken, ob Daten anliegen, eine Interruptsteuerung, die dem Prozessor ins Gesicht tritt, wenn Daten kommen und den DMA-Controller.
Die Whileschleife kann jeder Affe mit einer Schreibmaschine - das ist zu primitiv. Das kann ich ja quasi im Kopf schon übersetzen - da muss ich gar nicht mehr tippen.
Das mit dem Interrupt klingt interessanter. Und ich entscheide mich natürlich für den DMA-Controller - ist auch das schwierigste, unnötigste (da ich das gar nicht brauche und die Aufgabe mehr einer ABM entspricht) und interessanteste. Dementsprechend hab ich das auch nicht gebacken bekommen. Zumindest nicht auf Anhieb.
Aber dafür ging das irgendwann mit den Interrupts - puuuh, nochmal davon gekommen, fast dümmer als ein Affe mit Schreibmaschine...
Arbeiten macht hungrig. Hunger ist nicht so gut. Essen schlägt Hunger. Ich gehe in die Mensa. Ich habe dort Reis gegessen! Dazu aber Fleisch - eigentlich zwei Portionen Fleisch. So ein Schweinefleisch mit Paprika und Soße. Klingt zwar nicht so lecker, wenn ich sage, dass die Soße süßlich scharf ist, ist es aber trotzdem. Schmeckte bisher gut. Bis ich dann zwei Portionen hintereinander gegessen habe... Hab mich damit dann wohl daran satt gegessen.
Eine weitere Information zu chinesischer Sprache. Es gibt ja die chinesischen Zeichen und Pīnyīn. Letzteres ist die offizielle Romanisierung der Zeichen. Das Problem dabei ist nur, dass die Übersetzung von Zeichen nach Pīnyīn nicht bijektiv ist. Schlimmer noch: Sie ist weder injektiv, noch surjektiv! Heißt also im Klartext: Es gibt verschiedene Zeichen, die auf gleiche Pīnyīn-Silben abgebildet (d.h. übersetzt) werden und es gibt verschiedene Pīnyīn-Silben, die auf gleiche Zeichen abgebildet werden. So! Klasse gemacht... Kommt davon, wenn man versucht, irgendetwas zu romanisieren! Ist ja immer das Problem mit Transkription.
Noch etwas: Wer den Ton nicht richtig trifft, macht aus Chinesisch ganz schnell Koreanisch! Hànyǔ und Hányǔ - so!
Rìběn heißt übrigens Japan. Wahrscheinlich nicht ohne Absicht der vermutlich schwierigste Laut des Chinesischen drin - wahrscheinlich auch für Japaner... Das Rì spricht man ungefähr so aus: Verschlucke deine Zunge fast, drücke sie nach oben und sprich dann ein J aus... Ad hoc kann ich den Sound zumindest noch nicht - aber wer spricht schon von Japan.
Ich gehe stark davon aus, dass die nächsten Einträge ähnlich kurz und bildlos sein werden.
Du chinesisches Schlitzohr...bald druckst Du Dir die Yuan noch selber? Bei Deinem Programmiergeschick doch kein Problem, noch dazu wenn der Controller funktioniert und von Dir stammt. KNORKE!!!!
AntwortenLöschenAlso üb auch weiter das Chinesische ... das ist ja äußerst spannend.
Auch ohne Bilder: du näherst Dich dem Bachelor, stoße aber nicht auf die (chinesische) Mauer dabei...hic Shanghai - hic salto!