Donnerstag, 29. November 2012

Beijing Touritour Tag 2 - Oder: Tag 54


Auch heute musste ich wieder früh raus. Ich hatte zwar noch recht viel Zeit, nachdem ich um 0630 aufgestanden bin, aber die habe ich z.B. fürs Rasieren genutzt - das muss auch mal von Zeit zu Zeit sein. Insbesondere, wenn man in die Botschaft gelassen werden will :D
Hier mal ein Foto aus meinem Ghetto, das auf dem Weg zur Metro entstanden ist:



Passiert nicht oft, dass ich das Viertel bei Licht sehe. Ist leider ein bisschen verwackelt.
Auf meinem weiteren Weg zur Metro bin ich an Starbucks vorbeigekommen. Ich hab gedacht, ich könnte mir einen Morgenkaffee kaufen - Pustekuchen, der Laden hatte zu! Faules Pack! Die Konkurrenz von McDreck schläft allerdings nicht. So habe ich mich dazu entschlossen, das erste mal in meinem Leben in ein McCafé zu gehen. Für 16¥ (1,98€) gibt es einen Käse-Ei-Rindfleisch-Burger und einen Kaffee.



Sieht nicht so richtig lecker aus, wa? Schmeckt auch so - der Burger war zwar nicht so mein Ding, aber es gab ja Kaffee. Während des Frühstücks habe ich, was blieb mir anderes übrig, auf den Fernseher gesehen. Dort liefen die ganze Zeit McDonald's-Werbespots. Der Grundtenor: Alle Angestellten von McDonald's sind sehr glücklich, ihren Job zu machen und gehen vor der Arbeit joggen, schwimmen, tanzen - vielleicht auch alles gleichzeitig... Achja, und das Durchschnittsalter ist 20. Haben die Leute in Deutschland eigentlich auch diese feschen schwarzen Barette falschrum auf?
Nach dem Frühstück habe ich mich wieder auf meinen ursprünglichen Weg begeben - den zur Metro.
Ich hab ja schon tausendmal gesagt, dass der Temple of Heaven da in der Nähe ist - von der Straßenüberführung sieht man den auch ganz gut. Ein bisschen durch die Morgensonne beleuchtet:



Die Metro war natürlich wieder hoffnungslos überfüllt.
Ich lasse mich allerdings auch nicht lumpen und zeige euch einfach mal die Situation an meiner Umsteigehaltestelle:



Sieht eigentlich nicht schlimm aus, ne? Stehen alle schön geordnet und so...
Blick nach Links:




Blick nach Rechts:



Meine Zeitmaschine zeigt sogar noch den Zeitpunkt:

Normalerweise müssten doch schon längst alle arbeiten?! Wo wollen die hin und wo kommen die her??

Wenn etwas in Beijing nicht gut ist, dann steht die Metro auf alle Fälle sehr weit oben auf der Liste. Wie kann man dann so kleine Stationen bauen? Aber die Züge sind ja auch so voll - da fehlen doch welche? Beijing hat das erkannt und ist dabei den Mangel abzustellen: Es verdoppelt einfach die Anzahl der Metrolinien - bis 2015... Solange muss man sich hier noch mit übermäßig überfüllten Metros zufrieden geben - zu meinem Leidwesen.
Endlich war ich am Bestimmungsort: Dem Botschaftenviertel. Waren ziemlich viele, kann ich sagen. Alle von eins, zwei Mannschaftssoldaten bewacht. Hier und da habe ich einen Streifentrupp gesehen. Die EU hat sogar eine eigene Vertretung hier... Naja, was solls. Ich bin irgendwann in der deutschen Botschaft aufgetaucht und wurde auch reingelassen - juhu. Und das sogar ohne Sicherheitskontrolle. In einem sehr netten Gespräch (bei einem Kaffee) habe ich viele Dinge erfahren - wie ist eine Botschaft organisiert, was sind die Aufgaben, was ist in China Sache, etc.pp. - Sowas erfährt man ja auch nicht, wenn man da nicht drin ist. Wer geht auch schon in Botschaften des eigenen Landes (außer er hat ein Problem)? War überaus interessant. An dieser Stelle nocheinmal Danke für die Einladung :)
Anschließend bin ich zum Lama-Tempel gelaufen. Der ist bekannt für seinen überdimensionierten Buddha - 18m ist der hoch. Fotografieren darf man den nicht - da haben die schon son Riesenkollegen und dann darf man den nicht fotografieren - ist ja genauso schlimm, wie bei seinem Bruder aus Jade...
Aber ich hab wenigstens den Tempel fotografiert, in dem er steht:


Anschließend ging es zum Konfuzius-Tempel.
Konfuzius ist ein Begriff, ja? Hier ist der Kamerad:

Der Tempel ist alles andere als interessant muss ich sagen. Aber wer sich für sowas interessiert, wird wohl auf seine Kosten kommen. Für mich nur wieder chinesische Gebäude, die man sich von außen geben kann, aber nicht unbedingt den Eintritt wert sind - auch wenn der in der Regel bei ein bis zwei Euro liegt.
Hier der Platz vor dem Tempel - keine Ahnung, wieso ich kein richtiges Foto von dem Tempel selbst habe...


Auf dem Weg zum Glockenturm bin ich an einem Restaurant vorbeigekommen. Ich hatte irgendwie aufeinmal große Lust auf Nudeln. Ich also rein und dilletantisch nach Nudeln und Fleisch gefragt. Interessanterweise und wider Erwarten gab es sogar eine Menükarte mit Bildern... Mir wurde diese Suppe empfohlen:

Wie man sieht, habe ich diese auch bestellt. Allerdings gab es auch eine andere Suppe, in der Fleisch war. Ich hab gefragt, welcher Art das Fleisch war. Die Frau hat nur an die Wand gezeigt: Auf das Bild eines Esels...

Nun der Glockenturm:


Der hängt eine dicke Glocke drin:

Der hat früher alle zwei Stunden gebimmelt um allen zu sagen, wie spät es ist. Außer, wenn der Kaiser am Pennen war - dann war Ruhe in Beijing! Wieso nur alle zwei Stunden? Das hängt mit der antiken chinesischen Zeitrechnung zusammen. Die haben halt eine Einheit gehabt, die zwei Stunden entspricht. Spielt ja auch keine Rolle, ob die Einheit eine Stunde oder 1,89243598 Stunden lang ist - hauptsache die macht das Rechnen leicht. Nicht umsonst haben wir eine Stunde mit 60 Minuten - das kommt schließlich auch nicht vom dekadischen Zahlensystem...

Gegenüber steht der Trommelturm.

Da waren Trommeln drin. ansonsten ist der einfach nur hoch und erlaubt einen Blick auf Beijing herab. Ist vielleicht mal schön, die Türme gesehen zu haben. Kostet ja auch nicht so viel. Aber Treppensteigen sollte man können. Allerdings ist die Gegend alles andere als schön. Sind halt nur Hutongs um die Türme herum. Hutongs sind diese Favelas Beijings... Die wurden auch in den letzten Jahren zugunsten anderer Bauprojekte... umgestaltet... Auf dem Weg zu den Türmen musste ich natürlich auch durch diese Hutongs. Find ich einfach unschön - und leben würde ich da schon gleich gar nicht wollen. Was finden die Leute nur daran? Ist für mich auch kein chinesisches Flair - erinnert halt nur an die Slums anderer Länder.

Da die Türme angucken nicht lange dauert, bin ich anschließend zum sagenumwobenen Military Museum gefahren. Kostet keinen Eintritt, aber die Besucherzahl ist beschränkt und man benötigt einen Reisepass. Allerdings gab es für mich nur die Exponate außen zu sehen. D.h. einige Panzer, Haubitzen und drei Schiffe. Achso, und Luftwaffe war auch verteten. Allerdings wäre das Museum selbst, welches gerade umgebaut oder renoviert wird, wesentlich interessanter gewesen :( Da kommt man mal nach China und dann ist das Museum im Umbau... Tzzz, selber schuld!

Nach meinem recht kurzen Aufenthalt im Museum bzw. auf dessen Vorplatz, bin ich zur Qianmenstraße gefahren. Diese führt von Süden her auf den Tian'anmen-Platz und ist eigentlich recht schick gestaltet. Erinnert an die 20er oder 30er Jahre.



Es fährt auch eine Straßenbahn:



Und es gibt auch einen Starbucks:




Sieht wirklich schnieke aus, find ich :D
Ein Grund mehr, hier einfach mal abzusteigen und einen Kaffee mit Muffin zu genießen. Mein Essen (Cranberry-Muffin):



Meine Aussicht:


Ich hab mich anschließend ein bisschen in der Straße umgesehen. Hier und da werden natürlich auch wieder Billigprodukte verkauft. Da es schon recht kühl wird und ich keine Winterklamotten dabei habe und ich schon ein Paar Handschuhe erstanden habe und dann noch das Wetter auf der Mauer kühler sein soll, habe ich mich entschlossen, eine Mütze zu kaufen:

15¥ (1,86€) hat das gute Stück gekostet. Klar, die wollten erst 85¥ (10,53€), aber das können die sich natürlich abschminken - bin ja nicht blöd.

Hier noch ein Foto aus einem Hutong in der Nähe der Qianmenstraße:


Die gute Mütze hat auch schon ohne weitere Benutzung ihren Dienst quittiert:


Das Schild ist einfach abgefallen... War auch nur angeschmolzen und auf die Mütze gelegt worden... :D 10€...

Ratet mal, was es zum Essen gab. Naja, ist eigentlich nicht so leicht: Ich war in einem chinesischen Restaurant in Hotelnähe. Ich habe irgendetwas von der bebilderten Karte bestellt. Auf der Karte sieht man aber leider nicht, dass das Essen kalt ist... Man, was seid ihr für Leute - stellt den Mist doch mal in die Mikrowelle, macht das ganze echt leckerer.
Ernsthafterweise weiß ich gar nicht genau, was das war. Es war vielleicht Tofu mit drin - aber der war irgendwie fester und hat nicht so eklig geschmeckt, wie sonst. Auf alle Fälle war auch Fleisch mit drin und Erdnüsse waren auch dabei. Ich hab Reis und Bier dazu bestellt - wie immer. Aber ganz wichtig bei den Chinesen: Vorher fragen, was das kostet, wenn es dort nicht steht!

3 Kommentare:

  1. Deine Fotosammlung zeigt: China lebt in vollen Zügen und kann auf eine lange Architekturtradition blicken. Glockenturm, Trommelturm, Hutong und Straßenbahn - alles schöne Einblicke in das lebendige China. Leider das Militärmuseum geschlossen. Schade für den Soldaten in Dir, wäre bestimmt sehr interessant gewesen.
    Die Theorien des Kameraden Konfuzius sagen mir zwar nicht zu, aber der Tempel wäre bestimmt mein Besuch Wert. Dafür aber gabs für Dich die Botschaft, großartig!
    Bange Frage: Wird das Sportmützenplagiat auch ohne Schildchen für die richtige Temperatur im Superhirn sorgen können? Das abwechslungsreiche Essenroulette hat es wohl bis jetzt geschafft, Dich bei Kräften zu halten??!! War ja immer ein Bierchen dabei - hallo?

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  2. Oh je, wie viele Menschen! Aber mir sehen die zu langweilig aus. Haben alle die gleiche Haarfarbe :D
    Schade, dass das Museum zu war :( Und du immer mit deinem Starbucks! Das geht so nicht...also muss ich morgen doch endlich hin, so! ;) Und 10€ für die Mütze?! Hier bei uns kosten in normalen Läden die Mützen 5-7€ ungefähr o.Ô

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    1. Ja klar - ist ja nur der Einstiegspreis :D Wie gesagt - die gibt es für einen Bruchteil davon.

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