Freitag, 16. November 2012

Der Vortragstag - Oder: Tag 47

Mein Wecker klingelt pünktlich um 0659 - aufstehen! Nicht weil ich weg will, sondern damit ich noch etwas Zeit zum Programmieren habe, bevor ich ins Labor gehe. Heute gibt es schließlich den Debugger! Hier ist das gute Stück mal - unten alt, oben neu.

Ist ne Nummer größer geworden, wa?

Hier ist der Apparillo auch mal im Einsatz.


Blöd ist nur, dass dank der neuen Größe auch ein neues Netzteil her muss. Zum Glück nutze ich den Kühlschrank nicht, sonst hätte ich keine freie Steckdose mehr und ein organisatorisches Problem... Mehrfachstecker sind ja verboten :D

Um 1000 höre ich mir ja auch noch einen Vortrag von ETAS an - hab ich das eigentlich erzählt? Ich kann zwar kein Chinesisch, aber das spielt dabei keine Rolle - ich bin dabei.
Pünktlich um 1030 war auch die Frau von ETAS da, sodass wir auch gegen Elf anfangen konnten. Die Präsentation war zum Glück auf Englisch geschrieben, sodass ich wenigstens wusste, worum es geht :D Im Prinzip ist das ganze nichts Neues, aber dann doch irgendwie. Auf alle Fälle ist es immer gut, sowas zu haben - es geht um AUTOSAR. Das trennt die Software von der Hardware und ermöglich so eine bessere Entwicklung von Automobilsoftware. Klar, das Prinzip ist hart alt - wir nennen sowas auch Betriebssystem und auch sowas gibt es schon lange im Automobilbau, neu ist hier wohl eher die Standardisierung.
Da ich sowieso kein Wort verstanden habe, konnte ich auch nebenbei programmieren...
Ich hab bisher auch noch nichts gegessen und so langsam meldet sich der Hunger zu Wort - aber der muss noch warten!
Irgendwann war die Session auch vorbei und wir sind zu fünft ins Restaurant an der Uni gegangen - auf Kosten des Labors - juhu!
Ich war also das erste mal mit Chinesen im Restaurant und wusste natürlich nichtmal, was ich da esse. Jeder hat irgendwas bestellt und dann konnte jeder von jedem nehmen - war sone große Drehplatte auf dem Tisch.
Das meiste war essbar, nur wieder überall Knochen. Am Anfang gab es ein Huhn - kalt. Also wirklich - man hat schon deutlich gesehen, dass es ein Huhn ist - lag vielleicht daran, dass der Kopf noch dabei lag. Hat aber keiner essen wollen - wäre ja noch schöner, die Knochen da rauszusortieren. Ich habe Luke gefragt, wieso die immer Knochen im Essen haben: Ist natürlicher... :D
Recht hatter - wieso essen wir den Apparat dann nicht lebendig? Ist natürlicher!
Dann kam auch der Hauptgang - ich hab Schweinefleisch bestellen lassen (kann ja nicht mal lesen). Kann man sich wie Miniaturhaxen vorstellen - also dicker Knochen und ein bisschen Fleisch und das auf ca. zwei Kubikzentimetern. Irgendwann kam auch eine Suppe. Die sah nicht wirklich lecker aus. Ein bisschen glasig und vielleicht etwas dickflüssig bis schleimig. Ich hab mal probiert - hat nicht wirklich schlecht geschmeckt, was aber daran lag, dass sie nach nicht viel geschmeckt hat. Hat mich jetzt auch nicht weiter gestört.
Irgenwann kam auch ein Fisch. Also nur Kopf und Flosse - dazwischen waren frittierte Dingsbums. Ich hab einfach mal probiert - hat wie alles frittierte geschmeckt... nach frittiert eben. Ich habe dann aber doch aufgrund meiner Fischaversionen gepasst und gesagt, dass ich nicht so auf Fisch stehe. Luke hat mir dann freundlicherweise mitgeteilt, dass diese Suppe auch aus Fisch gemacht wird. Nett wie er ist, hat er mir auch noch gezeigt, dass da Teile von Fischaugen (also wirklich enorm klein - nich sone dicken knopfgroßen Bälle) drinschwimmen - mhmmmh - das hab ich also grad gegessen ja? Lecker... Ist ja kein Grund nicht noch eine Schale zu nehmen - der Hunger treibts rein.
Dieser komische, etwas süße Reiskuchen war allerdings wieder sehr lecker.

Anschließend ging es wieder zurück zum Vortrag. Dort sollte nun eine Software etwas näher beschrieben werden. Ist im Prinzip Programmieren mit Bausteinen nur eben für erwachsene Menschen und Automobilindustrie und nicht für Kinder und Lego, wo ich sowas schonmal gesehen habe... Hier waren alle Schüler des Professors anwesend - Pflichtveranstaltung. Kennt man ja, hab ich auch schon erlebt. Dongdong war auch dabei :D Er hat ja den Bonus, dass er Chinesisch kann und versteht, was die Frau erzählt. Das ganze sollte so laufen, dass man parallel das Programm mitbedient - nach den ersten drei Klicks waren Dongdong und ich aber schon wieder draußen - selbst für Chinesen ging das zu schnell :D
Aber darum ging es glaube ich auch gar nicht wirklich. Im Prinzip hätte die Anleitung für das Ding gereicht. Es ging eher um die Fragestunde. Zwischendurch habe ich Dongdong immer mal wieder gefragt: "Worüber reden die gerade" - meistens war die Antwort sowas wie "über die automatische Codegenerierung" oder "über die verschiedenen C-Standards - z.B. von Bosch", irgendwann lautete die Antwort eher "völlig anderes Thema, Geschichten aus deren Leben..." - naja, hat mich insofern befriedigt, als es wohl nicht schlimm war, dass ich an meinem Programm weitergearbeitet habe :D

Das Wetter ist übrigens kalt as duck... Blöder Regen! Und Heizungen haben die hier ja auch nirgens - dichte Fenster wären ja schonmal was schickes...

Nachdem auch diese Runde vorbei war, habe ich alle meine sieben Sachen gepackt und bin in die Mensa gegangen. Da man offensichtlich um 1715 auch schon Reste essen muss (Essenszeit ist von 16 bis 18 Uhr), habe ich das Warten abgebrochen und bin durch den Regen ins Restaurant gegangen (nicht dasselbe wie heute Mittag). Dort gab es leckereres Essen - Schwein - kann ja nicht immer nur Hühnchen essen!

Kostenpunkt 50 Yuan (6,30€) - ist lecker und nicht so teuer - und recht viel Fleisch ist auch dabei - und dann noch das gute Bier. In Xi'an hätte ich wohl 500 zahlen sollen...

(Wem es nicht aufgefallen ist: dasselbe Restaurant, wie das erste Restaurant, das ich hier besucht habe)
Nun noch Obst kaufen und ab auf Stube - ein Wochenende voller Arbeit wartet auf mich - war auch die Bedingung dafür, dass ich nach Beijing kann. (Ernsthafterweise glaube ich, dass die hier mit dem Workload ein bisschen übertreiben - so lange braucht man oftmals nicht. Aber lieber zuviel einplanen, als zu wenig - das ist schon richtig!)

1 Kommentar:

  1. Neuer Debugger...für neuen Auftrag? Also das mit dem Essen ist ja ganz schön interessant. Wir hier mit den vielen Asia-imbiß sind da wohl weit von der traditionellen Realität entfernt? Aber der volle Teller hier sieht doch sehr einladend aus!!!

    Nun also ab nach Beijing...

    AntwortenLöschen