Von Shanghai über Xi'an nach Lhasa.
Meine Permit wurde auch eingehend geprüft: Beim Check-In (also bei der Gepäckabgabe), dann da wo mein Pass kontrolliert wird - und nochmal drei Meter weiter bei der Sicherheitsschleuse (hätt ja sein können, dass ich die bis dahin verloren habe - oder dem extra dafür geschulten Personal an der Gepäckkontrolle jetzt auffällt, dass ich die gefälscht hab...). Nachdem die bei der Schleuse also mitbekommen haben, dass ich nach Tibet will, musste ich erstma Schühchen ausziehen - nicht dass ich was schmuggle... Und dann gings für mich noch zum Service Center - Tibetpermit kontrollieren lassen (...) - der ganze Trouble hat dann gemacht, dass ich zu spät kam und die nur auf mich gewartet haben... Aber das ist noch lange kein Grund, mein Gepäck im Regen stehen zu lassen!
Mit dem Gepäck gehen die ja generell wie Sau um - in Lhasa kann man sich das gut angucken (man kann da die Leute beobachten, die das Gepäck aufs Band befördern. Die spielen quasi Bande... 30% der Gepäckstücke purzeln auch wieder vom Band runter, weil sie an der Wand abprallen...)
Übrigens: Aktueller Stand für die Einreisebestimmungen in die Unruhe- oder Terrorregion Tibet: Permit gibts nur, wenn man über Reiseagenturen bucht. Aktueller Stand für Reiseagenturen: Laowaipreis = 2 * Normalpreis + x. Der Vorteil: Man hat einen tibetanischen Reiseführer - und das ist wichtig. Ich will ja nicht so einen Heini haben, der mich die ganze Zeit mit unnützem Scheiss zulabert, von dem er selbst auch nicht wirklich die Ahnung haben kann. Andere Mitglieder sahen das anders...
Um Geld zu sparen habe ich von einer Einzeltour abgesehen und mich einer Gruppe angeschlossen - sogar mit Einverständniserklärung, mir die Bude mit jemandem zu teilen (wird ja noch billiger - wasn Sparfuchs - naja, der Preis war trotzdem weit über 1000EUR (mit Flug und Shit)). Jemand war zwei: Ein Franzose (bzw. halber Belgier - also dreiviertel Franzose) und ein Australier. Beide studieren Bullshit und waren ungefähr in meinem Alter.
Da ich als erster auf Bude war, oblag es mir, mein Bettchen auszusuchen. Das Hotel war akzeptabel; wunderbarer Ausblick - auf den Flur; ansonsten etwas dunkel.
Der Rest der Gruppe war bunt gemischt: Amerikaner, Letten, Malaysier (ja, die kamen in Peking an - diese wirklich), Inder, Weißrussen, Ungarn und eine Chinesin aus Kanada (das schwarze (oder gelbe?) Schaf der Gruppe). Die meisten hatten geschäftlich/schulisch in China zu tun und das ist auch ein wichtiger Punkt: Meines Erachtens lohnt sich eine Tibettour nur, wenn man ohnehin in China ist. Extra dafür aus Europa nach China zu fliegen, um dann nach Tibet zu fliegen, um dann wieder zurück nach China und von dort aus wieder zurückzufliegen - lohnt sich nicht.
Die meisten sind interessanterweise auch aus Peking mit dem Zug angerockt - über 40 oder 50 Stunden. Ich kann mir ehrlich gesagt besseres vorstellen, als so lange mit nem Bündel Chinesen zusammengepfercht zu werden. Die haben aber gemeint, war geil. Für mich ist es eher ein Zeitding.
In Lhasa angekommen, fand ich es erstmal erstaunlich, dass neben dem Flughafen sone Hügelkette steht. Foto wert!
Dann also zum Shuttleservice und ins Hotel, Bettchen blockieren. Als der nächste kam, ging es erst einmal essen. Da die Tour erst morgen beginnt, waren wir da auf uns allein gestellt. Was bleibt einem also anderes übrig, als die Straße runterzugehen?! Kurz nachdem wir wieder zurückkamen, war auch der Australier schon im Zimmer - der wollte natürlich auch was essen. Wir also wieder raus und haben diesmal primär nach einem Laden gesucht, der kaltes Bier hat. Das ist ein nichttriviales Problem in Tibet! Wir hatten auch nicht intendiert, 18RMB für eine Dose zu zahlen. Irgendwo gab es dann Flaschen (also doppelte Menge) für 10RMB und das kalt! Wie sich später heraus gestellt hat, ist die Tante auch einfach nur in den Laden nebenan gegangen und hat dort die Flaschen für 4 oder 5RMB aus dem Kühlschrank gekauft - das Schlitzohr! Und die Erdnüsse mussten wir auch noch
bezahlen!
Das ist übrigens "Neu-Lhasa":
Ansonsten ging es erstmal mit dem ganzen obligatorischen Lhasa- (oder Lasa-) Kram los: Zwei Klöster und der Potala-Palast (das einzige Gebäude, das man kennt, wenn man von Tibet spricht). Dazu immer einige geschichtliche Einlagen über den 1. - 14. Dalai Lama.
Viel interessanter ist eigentlich das kulinarische Angebot: Da wo Hunde den ganzen Tag nur in der Ecke liegen und sich kaum bewegen, dort gibt es auch irgendwie nicht so die Standardrinder - dafür Yaks. Kein Problem, die kann man ja auch zu Steak verarbeiten:
Eigentlich gab es immer Yak... Es gibt Yakbutter, die anstelle von Kerzenwachs verwendet wird, Yakmilch, die mit Yakbutter in den Yaktee gemixt wird... Yak wo es nur geht. Wirklich lecker war Yak mit Reis und Kartoffeln übergossen mit Yakbutter :)
Ein wichtiger Bestandteil der Tour war das EBC - Everest Base Camp. Mit Übernachtung. Auch wenn Hochsommer ist, ist es etwas kühl und so war ich froh, dass ich meine zwei Pullis und die Jacke dabei hatte. Das eigentliche EBC (also da wo der Stein steht) ist aber nicht der Ort, wo man pennt. Da darf man sich (dank Armee) auch nicht nachts aufhalten... Wir waren quasi im rückwärtigen Raum in einem Touri-Base-Camp untergebracht. Die Zelte waren auch etwas nobler; eher wie in der Mongolei, mit Ofen, Bett und Bier. Apropos: Das war einer der besseren Abende: Der männliche Teil der Gruppe hatte den Abend nämlich genüsslich mit einigen Kisten Bier ausklingen lassen. Der Tibeter, schon völlig zu, wollte auch nicht aufhören, zu trinken - Respekt, hab ich bei Asiaten noch nicht erlebt sowas :D (Ich muss nicht erzählen, dass der Fre(n)chman nach dem ersten Bier auf ex aus dem Zelt verschwinden musste... Ist halt kein Cidre)
Hier übrigens der Everest - enttäuschend weit weg:
Der Sonnenuntergang war übrigens klasse: Einmal umgedreht, um nach dem Weg durch die Steinwüste zu gucken und schon war die Sonne weg - wie ein Lichtschalter. Ich hab mir gedacht: Machste halt ein Foto vom Sonnenaufgang - den gabs de facto nicht so wirklich.... Wolken und so - völlig umsonst früh aufgestanden :(
Was ich wirklich unterschätzt habe, war die Höhe. Schon in Lhasa wurde einem irgendwie schlecht, man hat sich einfach nicht sooo gut gefühlt; auch die Kondition ließ nach. Ich habe ja nach zwei Tagen gedacht: Klasse, alles wieder kewl. Wir sind dann noch ein paar hundert Meter höher gefahren und dann wars wirklich schlimm. Das war son Hügel mit etwas besserem Ausblick. Um überall Fotos machen zu können, bin ich mal 100m gerannt - ist euch auch schonmal nach 100m fast schwarz vor Augen geworden? :D Immerhin sind die Fotos was geworden...
Das geht aber auch andersrum. Der Tibeter war mal in der Nachbarprovinz Sichuan unterwegs und hat sich darüber mokiert, dass das so viel Sauerstoff ist, dass er das irgendwie nicht so richtig verkraftet hat....
Hier noch ein Paar "einfach so Fotos"
So, gelesen. Ganz schön teuer deine Reise o.O Und ich kann den einen Typen total verstehen...zu viel Sauerstoff geht einem irgendwann echt aufn Keks!
AntwortenLöschenJa, aber es geht ja billiger... bei gewissen Abstrichen...
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