Samstag, 13. Oktober 2012

Shanghai Touritour 1.0 - Oder: Tag 13

Heute ist Sonnabend. Heute habe ich frei. Heute mache ich den ersten Teil meiner Shanghai-Touritour. Dazu habe ich mir die Sehenswürdigkeiten aus dem Internet gesucht, bei Googlemaps eingegeben und Kreise gezogen. So habe ich erfahren, welche ich an einem Tag abarbeiten kann und welche ich lieber gesondert anlaufen sollte.
Gut, hat nicht so geklappt. Zwei meiner Ziele habe ich zeitlich nicht mehr geschafft, weil die so früh zu machen und eins, zwei habe ich aus der Ferne betrachtet - hat aber auch gereicht.

Da ich heute hoch hinaus wollte, wollte ich ersteinmal die Sicht prüfen. Ich also wieder direkt in den 19. Stock des Unigebäudes gefahren und mich überzeugt: Wetter ist gut, Sicht klar - der Pilot kann starten.
Dann ab in die Metro und nach Pudong gefahren. Shanghai ist durch seinen Fluss, dem Huangpu Jiang, zweigeteilt. Auf der einen Seite bin ich, die andere ist Pudong. Dort sind dann die ganzen Wolkenkratzer (als gäbe es bei mir noch nicht genug...), auf die man vom Bund (der dann also bei mir auf der Seite liegt) aus guckt.
Ich kam aus der Metrostation und habe mich umgesehen. Stimmt! Überall hohe Gebäude. Das Problem bei den Dingern ist, dass die einem die Entfernungsabschätzung erschweren! So dachte ich, dass das Shanghai World Financial Center (SWFC) nicht weit weg sei. Hat aber doch schon ein bisschen gedauert...




Auf dem Weg dorthin wurde ich natürlich auch gleich wieder gefragt, ob man Fotos mit mir machen könnte - vielleicht sollte ich im Zirkus auftreten - oder in einer Freakshow... Frage mich, wieso die im Zoo keine Europäer ausstellen...
Ich habe natürlich zugesagt - unter einer Prämisse: Ich will auch Fotos gemacht bekommen. Hier ein paar davon:

(Mutti gucke! Der hat die Füße nicht mit drauf!)

Die waren auch ganz nett und ich habe das Gefühl, dass jeder Chinese unser kleines Deutschland kennt. Vor allem München und Hamburg. Staune ich immer wieder drüber.

Auf dem Weg sind noch ein paar Fotos entstanden - von großen Gebäuden. Kann man ja nie genug von haben - sagt sich Shanghai wohl auch (gut, die meinen dann aber nicht die Fotos):




Dann war ich endlich da.

Erstmal völlig verplant da rein gelaufen - Hey ich bin Europäer, ich darf das. Durch den Office-Eingang... Im Foyer umgeschaut: Die haben nen verdammten Starbucks da drin?!
Weiter: Irgendwo stand doch was von Observatory... Ah da. Da stehen auch ne Menge Leute. Einfach mal hingehen. Schlappe 150 Yuan bezahlt (sind ca. 20 Euro - Fernsehturm Berlin kostet bestimmt genauso viel oder?) und ab gehts. Erst noch ein Video über das Center gesehen - es gibt 91 Aufzüge dort. Dann an einer Miniaturausgabe von Shanghai vorbeigelaufen (mit Tag-Nacht-Wechsel und Lichtern und so) und dann in den Fahrstuhl. Bumms - 60 Sekunden später im 94. Stock. Dann umgestiegen um in den 100. zu kommen.
2009 wurde das SWFC im Guinnessbuch zur höchsten Aussichtsplattform der Welt gekürt. Ist es lt. Wikipedia immernoch! Bilders:


Nebenan ist der Jin Mao Tower. Da wollte ich auch hin. Gut, aber wenn ich vom SWFC auf den herunterblicken kann, muss ich da auch nicht mehr hochfahren oder? Ebenso verhält es sich mit dem Oriental Pearl Tower (das Ding mit der Kugel im Hintergrund) - dem Fernsehturm und Wahrzeichen von Shanghai. Diese zwei habe ich dann auch von meiner Liste gestrichen!



Nebenan bauen die übrigens noch son Tower - wird bestimmt noch ne Nummer größer. Die arbeiten auch Tag und Nacht - auch während der Golden Week oder Sonntags... Zeiten setzen, Zeiten halten ne? Ist ja nicht EADS...
 



Dann wieder runtergefahren in den 94. Stock. Ist immernoch hoch. Sieht aber mehr so aus, als hätte ich den Dreh eines Science-Fiction-Films unterbrochen...





Danach bin ich eine Station mit der Metro gefahren - zur East Nanjing Road. Hab ich mal von erzählt, ist ostwärts der West Nanjing Road


Das war mal der Ku-Damm Shanghais, bis ihr vom Wessi der Rang abgelaufen wurde... Diese Leuchtreklamen sind erstens markant für diese Straße und zweitens teilweise bald hundert Jahre alt.
Nächstes markantes Merkmal: Die Leute, die einem was andrehen wollen. Seien es billige Laserpointer, diese Räder für unter die Schuhe oder Massagen... "Massagen"...








 Das hier ist übrigens eine eher typische Situation bei einer grünen Fußgängerampel:

Man beachte: Auto fährt entgegen der Mofafahrer - alles fährt obwohl die Fußgänger Grün haben. Diese laufen, weil ja grün ist... und ich mittendrin mit meinem Fotoapparat.

Ich habe ersteinmal die Gegend erkundet. Das ist eigentlich nur ein Euphemismus für: Ich hab mich wieder verlaufen. Die Ausschilderung ist hier nicht wirklich durchsichtig. Mal steht was in eine Richtung ausgeschildert und dann irgendwie nicht mehr. Drei Ecken und acht Richtungswechsel weiter kommt dann doch wieder was... Naja... Ich hab also die Gegend erkundet und mich schneckenförmig meinem Ziel angenähert: Dem Bund.
Dann wurde ich kurz vor meinem Ziel - SO KURZ DAVOR - angesprochen. Ich sollte eine Foto von zwei Chinesinnen machen. Okay, dachte ich mir. Kein Ding. Auch die kannten München! Gut, kein Wunder, bei deren Job... Sie waren vorgeblich Geschwister (eine hatte eine Brille ohne Gläser - der letzte Schrei hier. Aber bitte! Nicht einmal Fensterscheiben drin???). Eine aus Beijing, für eine Woche in Shanghai, die andere wohnte angeblich hier bei !ihrer! (wohlgemerkt nicht die gemeinsame) Familie... Gut, dauerte auch nicht lange, bis ich in den Yu-Garten gebeten wurde und eine Teezeremonie mitmachen sollte. Da ich im Vorhinein schon darauf eingeschossen wurde, nicht zu Teezeremonien zu gehen, wenn ich das nicht wirklich will (Dank an dieser Stelle!), habe ich abgelehnt - wär sonst teuer geworden. Türen zu und Knote her und so...
Dafür bin ich den Bund entlang spaziert. Diesmal bei Tag. So habe ich mir das Gebäude nocheinmal ansehen können, von welchem ich eine Stunde vorher noch auf den Bund hab sehen können.


Das SWFC (hier rechts im Bild, von der Seite aus betrachtet) heißt übrigens auch Flaschenöffner - wg. des Loches in der Mitte. Es gibt dort oben auch für 40 Yuan (5 Euro) Flaschenöffner in Form des Flaschenöffners...



Am Bund sind vor allem viele alte Kolonialgebäude. Mittlerweile sind dort aber wohl chinesische Organisationen drin. Sieht trotzdem nicht schlecht aus und ist ein krasser Kontrast zu Pudong - welches man ja direkt gegenüber sieht.






Anschließend ging ich - nach einem Umweg... jaja, ich weiß...  - in die chinesische Altstadt. Wie sich das gehört gibts da die typischen antiken chinesischen Gebäude - mit Glasaufzug, KFC und McDonald's.
Und dort gibt es auch den Yu-Garten - dem Yù Yuán. Ist relativ schick aufgezogen. Wären da nicht so viele Leute, könnte man da gut ausruhen. Ich hab das ganze fotografisch dokumentiert. Vor allem ihn hier:













....
















Gehts dem gut? Wer hat ihn denn gezwungen diese Hose zu tragen?


In der zwei Hektar großen Anlage stehen viele Gebäude aus der chinesischen Antike. Diesmal aber ohne McDreck und Konsorten.




Hier und da gibt es auch ein paar Kois im Wasser:



Ein Blick auf die Uhr und auf mein Handy verrieten mir, dass die zwei folgenden Stationen schon zu hatten. Deswegen habe ich nach dem Garten abgebrochen und bin zum Startingpoint zurück gefahren.

Grüne Ampeln sind übrigens auch kein Grund, nicht quer auf der Straße zu stehen:
 




Dort dann direkt in die Mensa gesprungen und meine Nudel-Bohnen-Bouletten-Hühnchensuppe gegessen.

2 Kommentare:

  1. Schatz der Schnecken-Checker :D
    Ich finde ja den Mann putzig, der sich auf etwas drauf stellt, um einigermaßen gleichgroß zu sein xD
    Haste viel erlebt und Kurioses gesehen, wa? :)

    AntwortenLöschen
  2. Genius Gulliver im Zwergenland. Du zwischen chinesischen Elfen...das ist so wie Olli allein im Wolkenkratzermeer. Trepp auf, Trepp ab..schade daß es Aufzüge gibt, stimmts? Aber ehrlich, Du bescherst uns einen schönen Blick. Bei der einfallsreichen Architektur lohnt es sich.
    Wann tauchst Du mal in echt chinesische Wohnviertel? Geht das? Aber nur in Begleitung...zweier kleiner Elfen...stelle ich mir abenteuerlich vor; zumal sich dort das meiste Leben VOR den Häusern abspielen soll...huhuhu...und dann eine Massage.
    Mmmmmhhhhh lecker: Leipziger Allerlei auf Shanghaisesisch. Mir tropft der Zahn!

    AntwortenLöschen