Hallo zusammen - da bin ich wieder. Diesmal ist schon Montag der 31.4.
Ich bin heute um 1330 zu meinem Professor bestellt worden. Er hat mir einen groben Überblick über meine Aufgaben gegeben und mitgeteilt, dass ich Mittwoch weitere Instruktionen erhalten werde. Das heißt auch, dass ich Mittwoch erst niederschreiben werde, was hier mein eigentlicher Auftrag ist.
Ich habe gleich noch mitgeteilt, dass ich noch keine StudentID habe und das ziemlich behernert ist.
Dazu muss man sagen, dass das Essen in der Mensa mittels dieser Karte bezahlt wird. Möchte man also nicht in den doppelt so teuren (ganze 10RMB (~1,17€) aufwärts!) Restaurants Dinieren, führt kein Weg an der StudentID vorbei. Der Professor hat sofort zum Hörer gegriffen und rumtelefoniert. Dabei kam raus, dass die Tongji (stillschweigend?) vor geraumer Zeit ihre Regularien geändert hat (wer ändert sowas denn?) und man sich jetzt wohl wesentlich früher für ein Semester bewerben muss (ca. sechs Monate vorher oder so) - mitten im Semester, wie ich das für üblich mache, ist also nicht mehr en vogue (ong wogü). Da kann man auch nicht argumentieren, dass ich einfach nur ein bisschen chinesische Pünktlichkeit walten lasse... Momentan is also Essig mit Essen. Dazu sei angemerkt, dass ich meine Zusage für die Aufenthalt ohnehin erst vor drei, vier Monaten erhalten habe. Da war die Zeit auch schon abgelaufen. Ich bezweifle auch, dass die Tongji ihre Partnerunis über ihren Policychange informiert hat.... Das kann man sich ja sparen, wir schicken einfach Melder zu Fuß, die erstmal schlechte Erfahrungen machen und dann in ihre Heimatstädte zurückkehren und Bericht erstatten...
Ich sollte jetzt erst einmal nur um 1600 zurück kommen, denn da ist das wöchentliche Meeting mit des Professors Studenten vorbei. (Man beachte den Genitiv)
Das gibt mir Gelegenheit Mittag zu essen - im Restaurant:
Was soll ich sagen - ist vegetarisch und war nicht schlecht. Ist aber absolut nichts besonderes.
Pünktlich wie Deutsche nunmal sind, tauche ich also um 1600 vor dem Labor auf und sehe, wie sollte es anders sein, alle noch gebannt dem Vortrag lauschen. Ist so eine Art Präsentation dessen, was ein Student in der letzten Zeit gemacht hat. Interessanterweise müssen auch alle Stunden des Professors antanzen, nicht nur ein Jahrgang. Das ist aber eigentlich ganz gut.
Ich sollte mich kurz vorstellen - unerwarteter Weise. Ist ja kein Ding - ich bin ChinaOlli :D Das mit meiner Universität ist immer schwierig zu erklären - ist halt nicht TU München oder Darmstadt, sondern sone kleine Gemeindeuni - die kennt keiner in China (zumindest mal nicht an der Uni). Und die, die sie kennen haben scheinbar Horrorstories drauf wie: Bei uns müssen die Leute jeden Tag über zehn Kilometer laufen oder werden zu Piloten ausgebildet oder so... Keine Ahnung, wer denen sone Flöhe ins Ohr setzt.
Im Anschluss sollte ich am Badminton teilnehmen - ich bin da zwar kein Pro drin, aber dafür andere :D War aber eigentlich ganz lustig; findet auch jede Woche statt - mal sehen, ob ich nächste Woche auch dabei bin.
Nun habe ich Chenglu kennengelernt - ein kleiner Chinese (huehuehue), der auch Deutsch lernt und ein oder zwei Jahrgänge unter Dongdong ist. Der studiert auch noch am guten Campus und so haben wir uns auch gleich auf dem Weg zur Mensa verlaufen... Ist ja egal, jedenfalls kennt der einen Deutschen, der auch am Jiading-Campus zu tun hat. Mit dem haben wir uns zum Abendessen getroffen - im Restaurant natürlich. Obligatorisch: Die Flasche(n) Qingdao :)
Der Deutsche wohnt auch im selben Hotel wie ich. Der wohnt auch im selben Stock wie ich. De facto wohnt er neben mir... Ich hab hier nur noch nie jemanden gesehen - wie denn auch, wenn ich nach allen aus dem Haus gehe und auch erst des nächtens wiederkomme!? Wie dem auch sei, wir haben uns alle ein bisschen unterhalten. Beispielsweise über Hongkong.
Ich habe also von meinem kleinen Visumsproblem (Visumproblem - Schubslade und so...) erzählt, also dass ich nur eine Visum mit einmaliger Einreise habe und dann nicht nach Hongkong kann. Genauer gesagt, kann ich zwar nach Hongkong, komme dann aber nicht mehr zurück nach China. Und da interveniert Chenglu: "Hongkong gehört zu China, Olli".
Ja, natürlich hast du recht, aber ich muss trotzdem (visumstechnisch) aus- und einreisen... Der andere hat dann vorgeschlagen, dass Chenglu einfach mitkommt und das den Leuten vom Grenzschutz nochmal genau erklärt mit diesem sogenannten China... Das halte ich auch für eine gute Idee.
Nach dem Essen bin ich wieder zurück ins Labor um Windows zu installieren... Windows XP (hat schon seinen Sinn, darüber diskutieren wir hier jetzt nicht...) - hat nicht funktioniert, da ich irgendwie nur eine chinesische Version bekommen habe. Dazu muss man gewisses Hintergrundwissen haben: Windows ist tendenziell ein so schlechtes Betriebssystem, dass man dort nicht, wie bei guten Betriebssystemen üblich, die Sprache bei der Installation wählen kann. Nein, man muss bereits die richtige Version kaufen... Totale Rotze - bis um 2200 und später im Labor gewesen und nichts erreicht...
Egal, zurück ins Hotel. Kurz vorher noch ein paar Dosen Bier (hab ich ja schon lange nicht mehr getrunken :D) gekauft und auf Bude dann festgestellt: Internet geht nicht. Toll.... Den vor drei Stunden kennengelernten deutschen Zimmernachbarn gefragt, ob er busy ist und flux rübergesprungen. Im Laufe des Abends habe ich auch die anderen Deutschen kennengelernt - sind ja nicht mehr viele. Ein Vietnamese (das ist wichtig) aus Berlin (ist auch wichtig) und noch zwei aus Erlangen oder so...
Dazu nur noch eine kleine Anekdote:
Die eine redet von Patenonkel oder -tante.
Der Berlinese oder Vietnamer oder was auch immer fragt, was das genau sei - ist ja nicht jedem ein Begriff...
Sie also: Na, Taufpaten. Musste doch kennen - Bist du nicht Christ?
(Ist vielleicht nicht das erste, was ich bei einem berliner Vietnamesen/vietnamesischen Berliner/Vitaminer annehmen würde...)
Er: Ich bin Berliner
Dem kann ich mich nur anschließen und in diesem Sinne:
Hade Lan


Aha, schon wieder allerhand erlebt. Und n paar Leute haste jetzt ja auch. Läuft nicht ganz so schlecht, wa?
AntwortenLöschenFahr in die Fremde und Du triffst auf Landsleute, auch wenn sie "Berlinesen" sind. Christ, Buddhist, Atheist... alles blaß anbetracht der Tatsache sagen zu können , "Ich bin ein Bärliner".
AntwortenLöschenIst trotzdem gut, sich in der Muttersprache austauschen zu können. Wie stehts mit Deinen Chinesisch-Verständigungen? Und liegt Hongkong (ja, ja, ist China; aber eben "Wirtschaftliche Sonderzone") nun im Erreichbaren?