Wie dem auch sei, dem Blog fehlen noch die Erlebnisse des 11. und 12. Aprils, die ich hiermit nachholen möchte.
Ich bin immernoch dabei das Testprogramm zu kompilieren, aber das ist nicht gerade von Erfolg gekrönt; wer kann auch ahnen, dass Infineon bei seinen Demos Fehler einbaut... Das ist ein Problem, das die fixen müssen. Ohne Frühstück ging es also ins Labor um uns der Arbeit zu widmen. Wir haben festgestellt, dass die RS232-USB-Converter beide völlig kaputt sind. Generell gibt es hier entweder nichts, nichts funktionierendes oder nichts komplettes - daran sollte man sich gewöhnen. Das ist ein bisschen wie in der DDR. Wie soll man z.B. ohne richtiges Internet arbeiten? (gut, das Problem gab es in der DDR nicht...)
Das liegt auch ein bisschen daran, dass die hier manchmal echt nicht wissen, wie die hier mit den Sachen umgehen müssen. Es ist zum Beispiel mehr als schwierig, ein Netzwerkkabel zu finden, bei dem nicht dieser Hebel zum Fixieren abgebrochen ist/wurde. Kein Wunder, dass hier alle neselang das Netzwerk einbricht. Und auch beim Reinstecken der Kabel übertreiben die, wie kleine Kinder, die sich ihrer Kraft nicht bewusst sind. Ich hatte echt Schiss, dass der bei meim Notebook die Buchse demoliert, als der da ein Kabel reinstecken wollte.
Meine Arbeit des Tages entpuppte sich als Zeitverschwendung, eben weil ich nicht weitergekommen bin. Dafür haben wir uns nebenbei mit der RS232-Schnittstelle auseinandergesetzt. Nach dem Mittagessen, welches im Übrigen völlig nicht so toll war (und trotzdem mehr als 10RMB gekostet hat), ging es in so einen Hinterhofkrämerladen, der uns für 15RMB einen neuen Converter gegeben hatte - ohne Rechnung natürlich. Das Ding funktioniert jetzt allerdings (kann man ganz einfach prüfen, indem man einen Jumper auf die Pins 2 und 3 (also Tx und Rx) setzt und somit gesendete Daten wieder empfangen müsste. Ziemlich simpler Trick. Hätte ich auch selbst drauf kommen können :D
Wir hingen eigentlich nur noch im Labor rum und ich habe erfolglos versucht, mein Programm zum Laufen zu bekommen... (ich wiederhole das gerne noch einige male)
Zum Ende hin kam Dongdong und ich konnte ihn bitten, mir Zugtickets nach Beijing zu besorgen - wie gesagt: 553RMB pro Fahrt (ca. 68€). Sonntag hin, Donnerstag zurück. Ich hoffe, ich kann mein Visumproblem dort auch gleich lösen, sonst werde ich mich nur noch an den Professor wenden können und der soll irgendwas machen, dass ich hier Student werde.
Nachdem ich also um 1106RMB erleichtert wurde, konnten wir schnellen Schrittes zum Hotel zurück - umziehen. Wir wurden nämlich vom Professor zum Badminton eingeladen. Vorher allerdings, haben wir noch ein Dokument von der Rezeption abholen wollen - eine Reservierungsbestätigung für jemanden in Deutschland, damit derjenige das Visum beantragen kann. Irgendwie stand da aber nicht die Passnummer drauf, also musste das nochmal gemacht werden. Der Typ hat dann einfach nach einem Reservierungsformular gegoogled und das dann ausgefüllt. Mir ist unverständlich, wieso es da nichts eigenes vom Hotel gibt... Nach einer geschlagenen halben Stunde war aber auch dieses Problem gelöst und wir konnten spielen gehen. War auch ganz lustig; ist auch gut, dass man mal ein bisschen Sport machen kann.
Auf dem Rückweg gab es noch kurz ein KFC-Menü (ist ja schon spät...) und dann war der Tag auch schon beendet.
Der nächste Tag sollte sich auch nicht großartig von der Routine unterscheiden. Frühstück in der Mensa (Reis mit Reis und Reis, dazu Reis) und dann ab ins Labor. Ich wieder Ethernet, der Neue wieder RS232 und diesmal auch die CAN-Schnittstelle. Nach einer guten Stunde kam auch mein Betreuer und ich habe ihm erzählt was geht und was nicht. Dann ging es auch schon wieder essen - auf des Betreuers Kosten :) War aber lecker; das Restaurant war aber schon bekannt :D Während des Essens ein bisschen Smalltalk (tiefgreifende Diskussionen kann man mit den Jungs hier ja nicht führen...) und dann wieder zurück ins Labor. Ich habe heute ein 3G-Modem bekommen, welches ich mit dem Aurix verbinden soll. Das kann ja ein Spaß werden... Aber dafür benötige ich erst einmal einen funktionierenden Ethernetport :) Dann kann es hoffentlich losgehen.
Meine neue Aufgabe ist jetzt erstmal, einen Webserver aufzusetzen, der GPS-Daten raushaut... Keine Ahnung, ob das eine gute Idee ist, aber ich mache das einfach mal. Geht ja schnell.
Wir sind auch relativ zeitig wieder gegangen - um 1700. Im Hotel gibt es nämlich schon wieder Stuben ohne Internet. Das ist echt unglaublich. Die sagen immer: Morgen, morgen und dann passiert nichts. Die Lösungen, die die haben, sind auch nur von kürzester Dauer. Das ist die übelst unschön. Wenn sich hier nichts ändert, kann ich echt keinem mehr raten, hier hin zu kommen! Kein Student, kein Internet, räudiges Hotel, und überhaupt: Hotel!!
Wütenderweise sind wir in den KFC gegangen. Für mich stand dann nur noch auf dem Plan, Sachen für Peking zu packen.
Zum Schluss kam noch eine E-Mail in der eigentlich nur drin stand: Bitte bleibt länger im Labor. [...]
Aber mein Hotel für Peking habe ich jetzt endlich gebucht :)
Kostenpunkt 506RMB für die vier Nächte - ist doch ok. Wie es der Zufall will, ist es genau dasselbe Hotel, wie beim letzten Mal. Da weiß ich ja, was mich erwartet und vor allem: Wie ich da hin komme!
Nun möchte ich dann doch noch ein paar Bilder da lassen, die das Hotel auch mal von außen zeigen.
Bei Nacht und beleuchtet sehen die Gebäude tendenziell besser aus. Hier das Hauptgebäude mit der 7.5-spurigen Straße davor - man kann ahnen, dass 30 Sekunden gerade ausreichend sind, da rüber zu kommen.
Bei Tag sieht das ganze schon anders aus - aber noch okay:
Most important:
Die Leser mögen denken: So schlecht siehts doch gar nicht aus. Da haben sie auch völlig recht. Das ist aber auch nicht mein Gebäude. Ich bin ja in dem Schuppen 200m weiter untergebracht:
Ich zoome mal ins Logo rein:
Ich hab das erst mit was anderem verwechselt... Die Assoziation zum Keller der Wewelsburg ist gar nicht soo abwegig.
Jetzt nochmal der beste Beweis, dass hier der Hund begraben liegt: Mein Schulweg am Abend
Abends trauen sich nicht mal die Autos raus! In China! In Shanghai! Der Stadt, in der so viele Autos fahren, dass die Kennzeichen den Tagen zugeordnet sind, an denen man fahren darf. Also ungefähr wie: "Ihr Kennzeichen ist durch Zwei teilbar, Sie dürfen montags, mittwochs und samstags fahren."
Und dann noch was von der chinesischen Baukunst: Das ist ein Gebäude auf dem Campus. Da oben, wo das Licht brennt, sind Badmintonfelder eingerichtet worden. Warum? Offenbar wurde man vom Platz überrascht. Ich stelle mir das so vor, dass hier einfach Gebäude gebaut wurden und die Uni dann entscheiden sollte, was sie damit macht. Bei vielen sind dann eben Badmintonfelder entstanden.

Sehr lustig geschrieben. Mir gefällt vor allem: "Die Leser mögen denken: So schlecht siehts doch gar nicht aus. Da haben sie auch völlig recht. Das ist aber auch nicht mein Gebäude. Ich bin ja in dem Schuppen 200m weiter untergebracht"
AntwortenLöschenGenau meine Gedanken :D