Nichtsdestotrotz wollte ich noch einige Dinge loswerden, bevor ich meinen Blog schließe.
Zuerst einmal eine kleine Städteübersicht.
Ich habe auf meiner Reise folgende Städte besucht:
- Nanjing
- Beijing
- Xi'an
- Shanghai
- Hangzhou
- Zhujiajiao
Nanjing ist eigentlich wenig interessant, muss ich zugeben. Das wurde mir aber auch schon gesagt, bevor ich dort hingefahren bin. Wer allerdings Interesse an der Geschichte der Kuomintang hat, kommt schlecht daran vorbei, da Nanjing schließlich die Hauptstadt der Republik China war/ist/sein soll. Taipeh ist ja nur die Ausweichstellung der "Republikaner". Ich empfehle dennoch, sofern Zeit ist, das Nanjing-Massaker-Museum zu besuchen, ganz einfach, weil es ein Teil Geschichte ist, der in Deutschland schlicht und ergreifend nicht thematisiert wird. Wenn man schon mal dort ist, kann man sich auch ruhig zur Stadtmauer und dem Purple Mountain begeben. Beide kann man auch mit einem lockeren Gewaltmarsch (mit Gepäck) verbinden und einen schönen Tag verbringen. Störend war für mich, das noch wenig ausgebaute Metronetz - bestehend aus zwei Linien für 5 Mio. Einwohner...
Beijing ist schon interessanter und wohl die zweitbeste chinesische Stadt. Klar, das liegt an den Sehenswürdigkeiten. Die Verbotene Stadt, der Tian'anmen-Platz, die Mauer (bitte nicht Badaling!!) - alle müssen besichtigt werden, wenn man in China ist. Auch die Peking-Ente kann man ruhig probieren, selbst wenn man kein Enten-Fan ist. Beijing sollte man auf jeden Fall besucht haben! Viele Sehenswürdigkeiten sind zentral am Tian'anmen-Platz gelegen, sodass man vieles verbinden kann. Auch die Qianmenstraße ist es wert, gesehen zu werden. Das Metronetz war zwar wesentlich besser als das von Nanjing, aber 24/7 überfüllt. Metros sind zwar da, aber einfach immer zu voll - das ist etwas abschreckend.
Xi'an war wohl am weitesten von Shanghai entfernt. Deswegen musste ich auch ein Flugzeug nutzen, um dort in entsprechender Zeit anzukommen. Das hat sich aber schon gelohnt. Ich empfehle jedem, die Stadtmauer-Fahrradtour zu machen. Wenn man schon so weit weg ist, muss man natürlich auch die Terrakotta-Armee gesehen haben. Ich fand sie zwar nicht so spektakulant, aber sehen muss man sie wohl trotzdem. Metrotechnisch ist hier auch noch Verbesserungsbedarf. Klar ist, eine Linie ist zu wenig.
Shanghai ist meines Erachtens die beste Stadt. Hier sind die Preise zwar hoch, aber dafür auch das Niveau. Das Metro-Netz ist wohl das beste (ich habe natürlich noch nicht Hongkong gesehen) und man kommt überall ganz gut hin. Sehenswürdigkeiten gibt es zwar auch, allerdings wenig geschichtsträchtiges. Es sind hier eher die neuzeitlichen Bauten wie das Shanghai World Financial Center zu sehen. Zum Leben würde ich Shanghai allerdings allen anderen vorziehen.
Hangzhou ist die Teestadt. Es lohnt sich wohl nicht, dort zu übernachten. Dafür ist der Ort zu klein. Aber wenn man frühmorgens dort hinfährt, kann man den ganzen Tag dort verbringen und um den See spazieren. Viel mehr gibt es dazu aber auch nicht zu sagen.
Zhujiajiao ist natürlich nur ein winzigkleiner Ort, der durch seine Kanalstadt besticht (nicht der ganze Ort ist die Kanalstadt!). Ich habe gelesen, dass man unbedingt solch eine Stadt sehen sollte und würde sagen: Ja, kann man machen, muss man aber nicht unbedingt. Es ist sicherlich etwas schönes, aber wenn man besseres zu tun hat, ist es nicht schlimm, wenn die Kanalstadt hinten rüber fällt.
Die Metroproblematik hat China auch schon erkannt und baut an allen Ecken und Enden neue Linien. Man muss sich dabei auch vor Augen halten, dass China keine solche lange Tradition des schienengebundenen Personennahverkehrs hat, wie Deutschland. Die erste Metrolinie war wohl in den 70er oder 80er Jahren in Beijing in Betrieb genommen worden. Dann folgten erst wieder welche in den 90er Jahren. Bei uns gab es schon in den 30ern solche Apparate. Vor allem kann das in eins, zwei Jahren alles schon wieder anders aussehen.
Wenn es nicht unmöglich ist, finde ich es ganz entspannt, in China Zug zu fahren. Länger als 6 Stunden sollte so eine Fahrt allerdings nicht dauern und Flugzeuge sind nicht unbedingt teurer. Die Wahl des Verkehrsmittels ist wohl immer von Zeit und Geld abhängig.
In jedem Fall empfehle ich die Prepaid-Metrokarten. Die Kosten 20¥ Pfand und sind beliebig aufladbar. Beim Zurückgeben bekommt man natürlich Kartenstand + Pfand wieder zurück und zumindest in Beijing sind die Fahrten mit dieser Karte wesentlich billige. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass man damit im Taxi oder Supermarkt bezahlen kann.
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